Tipps wie dein Kind leichter einschläft

Tipps wie dein Kind leichter einschläft

Tipps wie dein Kind leichter einschläft

 

Schlafen ist gesund – das weiß mittlerweile jeder. Doch wie viel Schlaf brauchen Kinder wirklich? Wann sollten sie ins Bett gehen und was tun, wenn die Kleinen nicht so wollen, wie man sich das als Eltern vorstellt?

Viele Kinder schlafen zu wenig und sind morgens müde und unausgeglichen. Dabei ist es für sie besonders wichtig, genügend Schlaf zu bekommen, damit sich ihr Gehirn gut entwickeln und das Erlebte verarbeitet werden kann. Übermüdung macht sich schnell in der Schule bemerkbar, denn unausgeschlafenen Kindern fällt es schwerer sich zu konzentrieren und Informationen aufzunehmen und zu behalten. Auch Probleme mit Mitschülern können Folge von zu wenig Schlaf sein. Grund dafür ist, dass neben Neuem auch Sorgen und Ängste nachts verarbeitet werden, sodass es müden Kindern schwerer fällt, Gefühle zu kontrollieren.

Jedes Kind braucht unterschiedlich viel Schlaf

Eine genaue Anzahl an Stunden, die ein Kind schlafen sollte, gibt es allerdings nicht, da das Schlafverhalten von verschiedenen Kindern sehr unterschiedlich ist. Man unterscheidet zwischen Kurzschläfern, die nur wenige Stunden brauchen, um voll leistungsfähig zu sein, und Langschläfern, die deutlich länger schlafen müssen, um sich zu erholen. Trotzdem kann man sagen, dass Kinder bei Einschulung noch durchschnittlich 11 Stunden Schlaf benötigen, wohingegen es sich gegen Ende der Grundschulzeit auf etwas unter 10 Stunden verringert.

Doch was tun, wenn das Kind nicht schlafen möchte, oder Schwierigkeiten hat, einzuschlafen?

 

Die folgenden Tipps und Tricks können helfen:

  • Lass dein Kind sich tagsüber beim Spielen austoben und motivier es, Sport zu machen, denn Kinder, die sich viel Bewegen sind abends früher müde und können länger schlafen. Der Schulweg eignet sich hervorragend, um Bewegung in den Alltag zu integrieren, indem dieser beispielsweise zu Fuß oder mit dem Roller oder Fahrrad zurückgelegt wird.
  • Eine Vereinbarung von einer festen Insbettgeh-Zeit sorgt nicht nur dafür, dass dein Kind genügend Schlaf bekommt, sondern erspart einem auch die abendlichen Diskussionen. Ein 6-Jähriger, der um 7 Uhr aufstehen soll, sollte um 20 Uhr ins Bett gehen, um auf seine benötigten 11 Stunden Schlaf zu kommen.
  • Ein festes Ritual vor dem Schlafengehen hilft, um nach einem aufregenden Tag zur Ruhe zu kommen. Dieses sollte am besten jeden Tag mit gleichem Ablauf abgehalten werden. Besonders gut eignet sich dafür Vorlesen oder gemeinsames Geschichtenerzählern.
  • Aufregende Themen solltet ihr kurz vor dem ins Bett gehen vermeide, denn vielen Kindern fällt es danach schwer einzuschlafen. Schließt den Tag lieber positiv ab und erzählt euch gegenseitig etwas Schönes, was ihr an diesem Tag erlebt habt.
  • Elektronische Geräte strahlen bläuliches Licht aus, welches dem natürlichen Tageslicht ähnelt. Zuviel davon verschiebt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und signalisiert dem Körper: Es ist Tag! Dadurch kann die Benutzung von Handys, Laptops und co. am Abend den Tag-Nacht-Rhythmus verschieben und sollten mindestens eine Stunde vor dem ins Bett gehen zur Seite gelegt werden.
  • Auch zu helle Lampen mit hohem Blauanteil können den Körper irritieren und die Produktion von Melatonin stören. Wer sich abends lange in zu grellem Licht aufhält, etwa im Bad oder beim Lesen, kann Probleme beim Einschlafen bekommen. Deswegen sollte darauf geachtet werden Lampen mit hellem, bläulichem Licht abends auszuschalten und auf Dimmbare mit warmem Licht umzusteigen, damit dein Kind rechtzeitig und qualitativ gut schlafen kann.
Ist mein Kind Linkshänder?

Ist mein Kind Linkshänder?

Zur Testung der Linkshändigkeit

Dr. Johanna Barbara Sattler

Vorbemerkung

Zunächst muß eindeutig festgestellt werden, dass eine seriöse Händigkeitstestung nur von einem Fachmann durchgeführt werden kann. Das ist durch die Tatsache begründet, dass Händigkeit nicht nur eine Frage des bevorzugten Handgebrauchs für bestimmte Tätigkeiten ist, sondern mit der Betonung im menschlichen Gehirn zusammenhängt, beziehungsweise durch die motorische Dominanz der gegenüberliegenden Gehirnhälfte verursacht wird.

Wir haben es hier also mit hoch komplizierten Prozessen aus dem neurophysiologischen Bereich zu tun, die durch bestimmte Störungen und negative Beeinflussungen unter anderem auch in einer Irritation der Händigkeit münden können (oft treten in solchen Fällen auch andere Störungen in der Entwicklung des Kindes auf, zum Beispiel in der Fein- und Grobmotorik oder der Sprache, wobei die nach außen nicht eindeutige Händigkeitsentwicklung nicht Ursache, sondern Folge ist.

Neben diesen neurophysiologischen Irritationen der Händigkeitsentwicklung kennen wir aber noch zwei andere massive Einflußfaktoren:

  1. Umschulungsversuche der Umgebung des linkshändigen Kindes zum Gebrauch der rechten Hand und
    2. Modell- und Nachahmungsverhalten des linkshändigen Kindes als Anpassung an die rechtshändige Umwelt.Das bedeutet, dass Linkshändigkeit sich bei einem Kind, aber auch bei einem Erwachsenen, sehr unterschiedlich nach außen manifestieren kann und vornehmlich durch eine oder mehrere der drei genannten Ursachen verzerrend beeinflußt worden sein kann.

Hier zu einem sicheren Ergebnis über die tatsächliche, angeborene Händigkeit zu kommen, ist oft nicht leicht, denn es setzt sowohl medizinische Kenntnisse, als auch psychologisches und soziologisches Wissen voraus und dann gehört noch eine sehr geschulte Beobachtung und Kenntnis sinnvoller Testmethodik zur Händigkeitsuntersuchung dazu.

Eine pure Selbsteinschätzung der eigenen Händigkeit durch das Kind, aber auch bei vielen Erwachsenen, ist besonders bei nicht eindeutiger Händigkeitsmanifestation sehr gefährlich und es soll ausdrücklich davor gewarnt werden.

Professionelle Händigkeitstestung

Folgende Berufsgruppen sind zur Händigkeitstestung besonders prädestiniert, wo-bei der einzelne Vertreter aber doch eine etwas tiefergehende Weiterbildung auf diesem Gebiet vorweisen können sollten, denn in den meisten Berufsausbildungen wird bis heute leider nicht speziell auf Linkshändertestung eingegangen, jedoch bestätigen Ausnahmen natürlich wieder die Regel: Ergo- und Mototherapeuten, Heilpädagogen, Schulpsychologen und manche Sozialpädagogen.

Überlegungen zur Selbstbeobachtung

Um aber auch dem Nichtfachmann und den Betroffenen gewisse Anhaltspunkte zu geben, sollen doch einige, eher als Vortest zu betrachtende Hinweise aufgeführt werden.

Selbstverständlich ist bei manchen Menschen die Linkshändigkeit so eindeutig, dass keinerlei Zweifel an ihr bestehen und die oben aufgeführten Überlegungen nicht relevant sind. Das sind Menschen, die oft schon seit dem Alter von ein bis zwei Jahren wichtige Tätigkeiten bevorzugt mit der linken Hand ausführen. Sofern es nicht zu einer Beeinflussung der Linkshändigkeit von außen kommt, wechseln diese Kinder auch nicht im Handgebrauch, sondern bevorzugen durchgehend die linke Hand. Oft trifft das auch auf die Füße zu, doch ist hier manchmal nicht eindeutig zu entscheiden, welches bei bestimmten Bewegungsabläufen der wichtigere Fuß ist, besonders wenn beide Füße dabei gebraucht werden – wie zum Beispiel beim Fußballspielen, wo auch das Standbein und nicht nur der kickende Fuß wichtig ist.

Dann gibt es aber die Gruppe der Linkshänder, die durch sanfte oder früher massive bis brutale Umschulungsmaßnahmen (wie Überredung, Schläge, Festbinden oder Eingipsen der linken Hand) zum Gebrauch der rechten Hand umgeschult wurden. Das betrifft besonders Kulturverhalten und -techniken, wie essen mit Messer, Gabel und Löffel, Hand geben bei der Begrüßung (“gib doch das schöne Händchen”), malen, schreiben und schneiden, Kartoffeln schälen und Handarbeiten.

Diese Gruppe der linkshändigen Kinder bzw. Erwachsenen verrichtet viele der genannten Tätigkeiten mit der rechten Hand. Andere, von den Erziehungsmaßnahmen nicht betroffene Tätigkeiten werden jedoch zu einem großen Teil weiter links vollzogen. Dazu gehört oft werfen, Zähne putzen, greifen, Blumen gießen, hämmern, würfeln, kreiseln. Hier werden bewußt Tätigkeiten aufgezählt, die nur mit einer Hand vollzogen werden und deren Beobachtungsmöglichkeit dann leichter und aussagekräftiger ist. Aber schon das Werfen und Sportarten, wie Tennis, Fechten, Hockey, Golf sind wieder stark von der Art, wie der Lehrer es dem linkshändigen Kind vorgemacht und gezeigt hat, abhängig und sie sind daher kein sicheres Indiz, dass es sich um “keinen echten Linkshänder” handelt, weil das Kind zum Beispiel rechts wirft oder Golf spielt, wenn es ansonsten viel links macht.

Linkshändige Kinder, die oft auf Grund von leichten zerebralen Störungen (die im Normalfall nicht die Intelligenz betreffen!) längere Zeit brauchen, um deutlich ihre Linkshändigkeit zu manifestieren und die zeitweise im bevorzugten Handgebrauch hin- und herwechseln, sind besonders gefährdet, sich eine falsche Händigkeit einzuüben. Sie haben manchmal leichte Störungen in der Feinmotorik und daher ermüdet die dominante Hand schneller und sie wechseln dann auf die andere Hand über. Manche linkshändige Kinder gewöhnen sich dadurch einen andauernden Wechsel des Handgebrauchs so an, dass die nicht dominante rechte Hand schließlich bestimmte Tätigkeiten ganz übernimmt und automatisiert. Das kann in umgekehrter Richtung auch bei einem rechtshändigen Kind geschehen. Allerdings zielen auch heute noch die zwar meist eher vorsichtig versuchten Umschulungen bei kleinen Kindern eher in eine Beeinflussung zur Rechtshändigkeit und somit sind linkshändige Kinder mit zunächst wechselndem Handgebrauch stärker gefährdet. Man sollte diese Kinder in Ruhe lassen und möglichst wenig Fragen zur Händigkeit vor dem Kind diskutieren, um es nicht zu beeinflussen. Ansonsten kann es geschehen, dass sich manche linkshändigen Kinder bewußt selbst umschulen, weil sie meinen, Rechtshändigkeit sei besser für sie oder weil sie zum Beispiel einem Elternteil die größere Glaubwürdigkeit einräumen und sich nach dessen Meinung ausrichten.

Hier ist besonders das Modell- und Nachahmungsverhalten der intelligenten und wachen Kinder ein gefährlicher Beeinflussungsfaktor der angeborenen Händigkeit.

Hat sich bei einem solchen Kind etwa im Alter von vier bis fünf Jahren noch keine eindeutige Händigkeit herausgestellt, sollte unbedingt fachlicher Rat und komponente Hilfe eingeholt werden. Denn letztendlich zu Schulbeginn muß die Schreibhand spätestens festgelegt sein. Andere Tätigkeiten können eventuell auf der nicht dominanten Hand bleiben, um eingeübte Handlungsabläufe des Kindes nicht zu sehr durcheinanderzubringen und das Kind durch zu viele Umstellungen zu überlasten und zu stark zu frustrieren.

Erwachsene Linkshänder haben diesen wechselnden Handgebrauch und die Anpassung an die rechtshändige Umwelt in der frühen Kindheit oft vergessen und verdrängt, so dass mancher eine sehr große Affinität zu seiner linken Hand verspürt, ohne sich aber konkret an eine Umschulung der Händigkeit zu erinnern. Er ist eigentlich ein Linkshänder, kann diese Wahrnehmung aber nicht mehr an Geschehnissen und Erinnerungen festmachen. Manchmal können hier Kinderfotos weiterhelfen, denn auch die Eltern haben die anfängliche Neigung zur Linkshändigkeit ihres Kindes später oft vergessen oder überhaupt nicht wirklich darauf geachtet und wahrgenommen.

Es gibt aber auch viele linkshändige Kinder, die wach und intelligent sind und ihre Umgebung sehr beobachten und genau nachahmen. Wenn so ein linkshändiges Kind etwas zum Wechseln des Handgebrauchs neigt und/oder die Umgebung gute Argumente für den Gebrauch der rechten Hand anbringt, schulen sich solche linkshändigen Kinder oft selbst auf die rechte Hand um, was dann in die entsprechende Umschulungsfolgen mündet (2).

Einige Tätigkeiten, die zur Händigkeitsbestimmung geeignet beziehungsweise ungeeignet sind

  1. a) Besonders aussagekräftig sind Tätigkeiten die nur mit einer Hand durchgeführt werden und möglichst wenig von erzieherischen Maßnahmen beeinflußt sind:
  • Blumen gießen (kleine Kanne)
  • Zähne putzen
  • kreiseln
  • würfeln
  • Perlen aus einem Gefäß holen und wieder in dieses einsammeln
  • Perlen auf einen senkrecht befestigen dünnen Draht stecken
  • Streichhölzer zählen
  • Streichhölzer in die Schachtel zurücklegen
  1. b) Tätigkeiten, die beide Hände erfordern erweisen sich oft als irritierende Beobachtungskriterien, weil verschiedene Größen und unterschiedlich gutes Handeling von Gegenständen den Handgebrauch beeinflußt:
  • Perlen auffädeln
  • kehren mit Besen und Schaufel
  • blättern in einem Buch
  • Messer und Gabel
  1. Bestimmte Tätigkeiten können ein sehr gutes Beobachtungskriterium sein, da sie aber stark im Blickpunkt der Erziehung stehen, werden sie oft beeinflußt und sind bei unternommenen Umschulungsversuchen der Händigkeit äußerst irreführend:
  • essen mit dem Löffel, der Gabel
  • malen und schreiben
  1. Durch fehlende linkshandgerechte Gebrauchsgegenstände beeinflußter Handgebrauch ist auch ein oft sehr irritierendes Beurteilungskriterium, besonders weil häufig die durch Automatisierung erfolgte feste Einübung vergessen wird. So glauben manche Eltern, dass wenn sie ihrem sechsjährigen, linkshändigen Kind jetzt endlich eine Linkshänderschere kaufen, es diese auch begeistert annimmt und sofort mit ihr problemlos schneiden kann. Sie vergessen, dass das Kind schon mindestens drei Jahre mit der nicht so günstigen Rechtshänderschere in der linken Hand geschnitten hat, die Hand-Augenkoordination sich fest eingeprägt hat und das Kind nicht ohne Anpassungs- und Umlernprozesse mit der eigentlich viel geeigneteren Linkshänderschere schneiden kann. Ganz besonders muß hier genannt werden:
  • schneiden
  • Gebrauch des Kartoffelschälers und Dosenöffners
  • öffnen einer Flasche mit dem Korkenzieher
  • oft auch die Benutzung des Bügeleisens
  1. Typisch für linkshändige Kinder ist die Spiegelschrift, also das Verdrehen einzelner Buchstaben und ganzer Worte. Viele linkshändige Kinder möchten in der oberen rechten Ecke zu lesen beginnen oder blättern das Buch von hinten nach vorne. Allerdings ist hier wieder Vorsicht angesagt, denn auch rechtshändige Kinder verdrehen anfangs manchmal Buchstaben.

5. Händigkeitstests wie Spurennachzeichnen, Punktieren u.ä. sollten nur von Fachleuten durchgeführt und ausgewertet werden.

Auch ist vor weitgehenden Rückschlüssen aus der Schreibqualität von Kindern zu warnen, insbesondere, wenn man Kinder im Alter um die Einschulungszeit ihren Namen einmal mit der rechten und einmal mit der linken Hand schreiben läßt. Dieses erste Schreiben ist oft mehr ein sehr konzentriertes Malen und kein wirklich aussagekräftiges Kriterium über die Händigkeit des Kindes.

  1. Die Füßigkeit ist ein sehr gefährliches Testkriterium. Auf der einen Seite treten Entscheidungsschwierigkeiten auf, welcher Fuß der wichtigere ist und auf der anderen Seite können bei der Füßigkeit oft auch wieder irritierende Auswirkungen aus ganz anderer Ursache relevant werden. Natürlich kann man den bevorzugten Fußgebrauch beobachten, aber man sollte sehr vorsichtig mit Schlußfolgerungen sein.

7. Häufig wird auch die Äugigkeit geprüft, zum Beispiel beim Durchschauen durch ein Papierrohr, ein Kaleidoskop oder durch das Schlüsselloch. Aber ähnlich wie auch bei der Ohrigkeit kommt es hier oft zu Irritationen auf Grund von ganz anderen Einflüssen, die in Funktionsstörungen bereits in dem jeweiligen Organ, also dem Auge oder Ohr, begründet sind oder sogar im Gehirn. Daher sind auch dies sehr mit Vorsicht zu behandelnde Tätigkeitskriterien.

Schlußüberlegungen

Es war nicht Absicht dieses Artikels Eltern oder Betroffene zu verwirren, sondern vor übereilten Schlüssen zu warnen, die massive negative Folgen für den Betroffenen haben können.

Gerade bei der Testung der Linkshändigkeit wurde und wird leider auch heute noch manchmal sehr oberflächlich und leichtfertig vorgegangen und zwar meist zum Schaden des Linkshänders.

Zuletzt soll aber noch betont werden, dass man sich nicht verrückt machen, sondern die Sache eher mit Gelassenheit angehen soll.

Eine Tatsache darf dabei nie vergessen werden: Wir haben zwei Hände, die wir benutzen und meist stellt sich die Führungshand eindeutig heraus, aber manchmal benutzt man auch die andere, nicht dominante Hand für vermeintliche oder tatsächliche Führungsaufgaben, ohne dass es sofort zu Irritationen kommt.

Kritisch wird es auf alle Fälle beim Schreiben mit der nicht dominanten Hand und bei anderen sehr häufig ausgeführten, eine Hand besonders belastende Tätigkeiten, wie zum Beispiel beim Musizieren und Sport und ganz besonders später bei Profis. Zu nennen ist zum Beispiel Schlagzeug und Gitarre oder auch Fechten, Tennis und Bewegungsabläufe wie beim Ballett. Hier ist es absolut wichtig, die tatsächlich dominante Hand herauszufinden und gerade sie für diese Tätigkeiten zu benutzen.

 

Linkshänder: Folgen der Umschulung

Linkshänder: Folgen der Umschulung

Linkshändigkeit in der Gesellschaft und Folgen der Umschulung der Händigkeit

Linkshänder werden auch heute noch manchmal als unbedeutende Minderheit in der Gesellschaft angesehen. Tatsächlich machen sie aber einen weit größeren Anteil der Bevölkerung aus als offiziell angenommen wird. Die Umschulung von der linken auf die rechte Hand, hauptsächlich beim Schreiben, die über lange Zeit gang und gäbe war, hat diese statistische Verzerrung verursacht.

Eine Umschulung der Schreibhand führt oft zu den verschiedensten Störungen, die dann häufig in Sekundärprozessen falsch verarbeitet werden und ist nach Dr. Ivo-Kurt Cizek der “maximale unblutige Angriff auf das Gehirn, der möglich ist” (SZ, 29.4.1986). Da heutzutage die Umschulung der Händigkeit meistens schon sehr früh (als Kleinkind und in der Kindergartenzeit) und oft sogar von dem Kind selbst als “Anpassungsmaßnahme” (während der Sozialisation) an die rechtshändige Umwelt durchgeführt wird und bei Schuleintritt das Kind phänomenal rechtshändig erscheint, werden mögliche Folgeerscheinungen nicht erkannt und es kommt häufig zu einer falschen Ursachenbestimmung (Kausalattribuierung) der Sekundärfolgen.

Primär- und Sekundärfolgen der Umschulung der Händigkeit

Primärfolgen der Umschulung der Händigkeit können sein:

  • Gedächtnisstörungen (besonders beim Abrufen von Lerninhalten)
  • Konzentrationsschwierigkeiten (schnelle Ermüdbarkeit)
  • legasthenische Probleme (Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten)
  • Raum-Lage-Labilität (Links-Rechts-Unsicherheit)
  • feinmotorische Störungen (die sich z.B. im Schriftbild äußern)
  • Sprachstörungen (Stammeln bis zum Stottern)

Diese Primärfolgen können sich dann in unterschiedliche Sekundärfolgen umsetzen:

  • Minderwertigkeitskomplexe
  • Unsicherheit
  • Zurückgezogenheit
  • Überkompensation durch erhöhten Leistungseinsatz
  • Trotzhaltungen, Widerspruchsgeist, Imponier- und Provokationsgehabe
  • unterschiedlich ausgeprägte Verhaltensstörungen
  • Bettnässen und Nägelkauen
  • emotionale Probleme bis ins Erwachsenenalter mit neurotischen und/oder psychosomatischen Symptomen
  • Störungen im Persönlichkeitsbild (Sattler, J.B., Der umgeschulte Linkshänder, S. 50).

Zum Begriff Umschulung der Händigkeit

Der Begriff der Umschulung entspricht am besten den Umständen, die zu einer Bevorzugung der nicht dominanten Hand an Stelle der dominanten Hand führen. Andere Begriffe wie “Umerziehung”, “Umdressierung” u.ä. bergen in sich die unterschwellige Beschuldigung der Eltern, des Kindergartens, der Schule usw.; der Eingriff in die angeborene Händigkeit wird hier ausschließlich als ein von außen zugefügter Prozess dargestellt. Die Realität zeigt aber, dass eine große Anzahl an umgeschulten Linkshändern sich in der frühen Kindheit selbst umzuschulen begann durch Nachahmungs- und Modellverhalten und sehr oft handelt es sich dabei gerade um die aufgewecktesten Kinder. Hier wird deutlich, dass für diesen Prozeß der Begriff “Umschulung” (wie er sich inzwischen eingebürgert hat) weit besser passt: Man kann sich nicht selbst umerziehen.

 

22 Tipps wie dein Kind effektiv lernt

22 Tipps wie dein Kind effektiv lernt

22 Tipps wie dein Kind effektiv lernt

 

Wissbegierde wecken, Freude am Lernen entwickeln – 22 Lerntipps, die deinem Kind die Motivation leicht machen

Erschreckende Ergebnisse der PISA-Studie, Leistungsdruck in der Schule vom ersten Tag an, Wettbewerbsdenken bereits in der Grundschule – das ist eine Seite der Medaille des Lernens, mit der Eltern heute konfrontiert sind. Die Wissbegierde der Kinder, der Spaß am Ausforschen von Neuem, der spielerische Forscherdrang jedoch ist geblieben. Wie gelingt es Eltern am besten, beiden Seiten gerecht zu werden? Wir geben Lerntipps für Kinder. So behält dein Nachwuchs die Lust am effektiven Lernen. Sanktionen anzudrohen und dann auch durchzuführen, Fruststunden, die eher an Nachsitzen erinnern, oder stures Pauken sind keine Lösung. Kinder brauchen zu Hause Anreize und Belohnungen ebenso wie ein lerntaugliches Ambiente, um die natürliche Motivation, die in ihnen steckt, zu fördern und nicht im Keim zu ersticken.

1 Angstfreien Raum schaffen
Dein Kind muss das Gefühl haben, Fehler machen zu dürfen, ohne dass ihm Strafen drohen. Das ist einer der elementarsten Lerntipps. Lernen heißt auch aus den eigenen Fehlern lernen.

2 Störquellen eliminieren
Smartphone und Fernseher sind tabu. Während des Lernens werden weder Emails gecheckt noch Games heruntergeladen oder You Tube Videos angeschaut.

3 Vorbereitung des Lernortes
Bereits vor Beginn alle wichtigen Utensilien bereitlegen. Ausreichend Papier, die richtigen Stifte, alle notwendigen Bücher. Auch etwas zu trinken ist erlaubt, aber keine Snacks. Dein Kind muss zwischen Lernphasen, Essenpausen und Freizeit unterscheiden können.

4 Das Anfangen erleichtern
Herausschieben des Lernbeginns vermeidet man, in dem der Platz perfekt eingerichtet ist. Ständiges Aufstehen und Suchen verhindert, dass das Kind sich auf die Konzentration besinnen kann.

5 Pausen erlauben
Pausen sind keine Zeitverschwendung, sondern unterstützen effiziente Lernprozesse. Dazu zählt auch die Verschnaufpause nach der Schule und dem Mittagessen.

6 Verzögerungen unterbinden
Ständiges Aufschieben des Lernbeginns erschwert dem Kind wirksames Arbeiten. So steht schnell ein ganzer Nachmittag oder ein ganzer Sonntag ausschließlich im Zeichen des Lernens, ohne dass wirklich Ergebnisse erzielt werden.

7 Richtig Vokabeln lernen
Vokabeln lernen geht auch anders als mit stupidem Pauken. Wenn man den Vokabelberg portioniert, also immer nur fünf oder sechs Begriffe abfragt, ist das Frustrationspotenzial deutlich geringer, wie wenn 50 Vokabeln auf einmal sitzen müssen.

8 Guter Stoffwechsel
Ein Thema wurde verstanden? Dann nicht sofort darauf aufbauen, sondern sich den Stoff erst setzen lassen. Am besten ist es jetzt, mit einem neuen Fach weiterzumachen. Das Kind darf sich beim Lernen nicht langweilen.

9 Wiederholungen ohne Langeweile
In regelmäßigen Abständen wird das Gelernte abgefragt. Nur durch stetes Üben wandert das neue Wissen ins Langzeitgedächtnis.

10 Brücken bauen
Manchmal ist der Stoff einfach nicht eingängig. Man will und kann ihn sich nicht merken. Wer zeichnen kann ist klar im Vorteil. Deinem Kind helfen Reime, Zeichnungen oder Eselsbrücken, um sich Themen einzuprägen. Werde kreativ!

11 Kein Lernen gegen Geld
Die berühmten zwei Euro vom Großvater für die Zwei in der Mathematik-Schulaufgabe sind leider nicht hilfreich. Der Zusammenhang zwischen dem Lernerfolg wird nämlich bei nächsten Lernen von Mathematik nicht damit in Zusammenhang gebracht. Besser ist als Belohnung das Lieblingsessen des Kindes am gleichen Abend zu kochen.

12 Gelernt heißt abgehakt
Ist eine Aufgabe erfolgreich erledigt worden, dann einfach ausstreichen. Es motoviert enorm, wenn man die gestellten Aufgaben schrumpfen sieht. Dazu am besten ein Plakat mit den Aufgaben in der Küche oder im Essbereich aufhängen.

13 Abfragen bringt Sicherheit
Wenn das Kind von selbst auf die Idee kommt, sich abfragen zu lassen, ist ein wesentliches Lernziel erreicht. Ansonsten sollten Eltern nachhaken und aktiv abprüfen, ob das Gelernte sinnvoll im Gehirn gelandet ist.

14 Interesse zeigen
Dein Kind lernt, und du interessierst dich dafür. Ein größeres Lob kann gerade ein jüngeres Kind kaum Empfinden. Die Aufmerksamkeit der Eltern nehmen Kinder gerne auch auf diesem Weg war. Aufmerksam zu sein, heißt allerdings nicht, deinem Kind beim Lernen nicht von der Seite zu weichen wie ein Golden Retriever.

15 Karteikarten verwenden
Formeln und Vokabeln bleiben leichter im Gedächtnis, wenn man sie selbst aufgeschrieben hat. Auch kompliziertere Sachverhalte wandern so irgendwann in das Fach „Kann ich jetzt“ und sorgen für den positiven Effekt, wieder etwas geschafft zu haben.

16 Freunde sind zugelassen
Mit Freunden lernen, ist hin und wieder eine gute Abwechslung. Die Kinder inspirieren sich gegenseitig und bei schwierigen Themen ist die Chance groß, dass einer von ihnen die Antwort weiß. Wenn ein anderer mehr weiß, motoviert das dein Kind auch, sich mehr anzustrengen. Allerdings darf das Lernen nicht zu einer Show und einem großen Herumgealbere werden.

17 Strukturen einfordern
Ist das Kind schon ein wenig älter, kannst du von ihm einen Zeitplan einfordern, den er für das Lernen aufstellen muss. Zum Beispiel: drei Mal 45 Minuten und jeweils 15 Minuten Pause. In der Pausenzeit soll ebenfalls etwas gezielt erledigt werden. Einen Apfel essen, 15 Minuten in den Garten gehen oder ein Video gucken. Aber nur eines.

18 Gesunder Körper, gesunder Geist, Teil eins
Versuche, Dein Kind zu motivieren, mit Schwung ins Lernen zu starten. Ein paar Bewegungsübungen wirken Wunder und spornen den natürlichen Bewegungsdrang an. Wenn du dabei mitmachst, schafft es zusätzlich eine besondere Verbindung zwischen dir und deinem Kind.

19 Gesunder Körper, gesunder Geist, Teil zwei
Ausgewogene Ernährung gibt Energie und Konzentration, regt den Stoffwechsel an und sorgt dafür, dass Kinder aufgrund ihres Gewichts nicht zum Außenseiter werden.

20 Im Gespräch bleiben
Über die Ergebnisse des Gelernten in lockerer Atmosphäre beim Abendessen oder am Wochenende zu sprechen, vertieft die Themen auf spielerische Weise.

21 Ausflüge bringen Abwechslung
Ein Ausflug in den Zoo, den botanischen Garten oder ins Museum untermauert das Gelernte und sorgt für bildliche Eindrücke.

22 Stärken fördern statt Schwächen ausmerzen
Hacke nie auf den Schwächen deines Nachwuchses herum. Die spürt es meistens selbst. Unterstütze ihn bei den Themen, die er besonders gut beherrscht.
Bitte vergiss nie: Lerntipps für Kinder sind immer auch Verhaltenstipps für Eltern.